MAN FÜHLT SICH ALS OB MAN SCHWEBT

Wie schon erwähnt bin ich endlich wieder mit dem Rad unterwegs. Ich hab‘ mir ein Hardtail von CUBE zugelegt. Absolut geiles Teil. Super Verarbeitung, leichtläufig, gute Ausstattung/Kompnenten und es sieht auch noch ziemlich gut aus.

Das einzige Manko, das mir nach kurzer Fahrzeit direkt aufgefallen war, ist der Sattel. Grundsätzlich ist der sicher nicht schlecht. Sportlicher Sattel, passend zum Rad, nicht zu weich. Aber halt doch eher für den Einsatz mit ’ner Radhose (mit Polsterung) geeignet. Da ich das Rad natürlich auch in der Stadt nutze und nicht jedes Mal ’ne Radhose (z. B. auf dem Weg zur Arbeit) tragen möchte, also nicht die beste Lösung für meinen doch recht verwöhnten Arsch.

Also hab ich mich auf die Suche nach einem neuen Sattel gemacht. Ich hab mich schlau gelesen worauf es ankommt, was es für Satteltypen gibt, wie man ihn richtig einstellt, und, und, und. Die einzige konsistente Information die ich fand war: „Willst Du Deinem Hintern was Gutes tun, hol Dir einen Sattel von Brooks„. Die Sattelschmiede aus England ist bekannt für ihre Ledersättel. Das Model „B17“ (ihr Standardmodel) hat bestimmt jeder von euch schonmal gesehen. Klassisch braunes (oder alternativ schwarzes) Leder, breit und in der „Flyer“-Ausführungen mit 2 dicken schwarzen Federn drunter.

Wer mal mit der Hand auf einen Brooks Ledersattel geschlagen hat, hat sich bestimmt gedacht: „Wow, das Ding ist hart wie ein Brett“, das mag auf den ersten Blick auch stimmen, man darf dabei aber nicht vergessen, dass wenn man auf dem Sattel sitzt, fast das ganze Gewicht des Körpers auf dem Sattel lastet. Das Leder nimmt von Fahrt zu Fahrt immer mehr die Passform des Hinterns an und verschmilzt so quasi mit ihm. Man sagt, dass bereits nach 200km, sich der Sattel schon soweit angepasst hat, dass man ihn kaum noch spürt.

Der Nachteil von Ledersätteln ist die Wartung. Man muss das Leder fetten und pflegen. Es ist nicht wirklich wasserfest – klar, so ein gut gefetteter Sattel hält sicher ohne Probleme einen Regenschauer aus – aber auf Dauer ist das nicht wirklich gut für das Leder. Sicherlich hält sich der Aufwand für die Pflege auch in Grenzen, aber man muss sich trotzdem drum kümmern, sonst hat man auf Dauer nicht viel von seinem schönen Sattel. Ein weiterer Nachteil des B17 und des „Flyers“ ist natürlich die Form – ich nenne ihn jetzt mal etwas überzogen „Alter-Herren-Sattel“. Man sitzt da schon ein bisschen drauf wie auf einem Sofa – was natürlich durchaus von Vorteil ist… auf ’nem Hollandrad oder Trekking-Rad zumindest. Aber auf ’nem Mountainbike? Durch diese Form ist er natürlich auch nicht so ganz für den etwas „agileren“ Fahrstil geeignet, den ich gerne an den Tag lege. Zum Glück hat Brooks auch hier eine Lösung geschaffen.

Die Cambium-Serie von Brooks ist eine neue Art von Sattel. Hier wird statt auf Leder, auf vulkanisierten, natürlichen Kautschuk gesetzt. Das ganze wird mit imprägnierter Baumwolle überzogen, was den Satten quasi Wasserfest macht. Der Kautschuk soll ähnliche Eigenschaften wie das Leder mit sich bringen und die Form des Hinterteils annehmen. Zusätzlich zu dem neuen, pflegeleichteren Material, kommen die Sattel der Cambium-Serie in einer weitaus sportlicheren Form daher. Schmale Bauweise, optional für den Herren mit Auskerbung im Bereich des Schambeins. Soweit meine Recherche ergab, gibt es 3 Modelle in der Cambium-Serie: C13, C15 und C17. Der C17 soll wohl das Pendant zum B17 darstellen – quasi die Trekking Variante. Die anderen beiden Modelle sind von der Form noch etwas sportlicher gestaltet und wohl eher für Athleten gedacht. Ich habe mich also für das C17 „Carved“ Model entschieden.

Obwohl man einen Sattel ja eher beim Fachhändler kaufen und ein paar Tage/Wochen probefahren sollte, habe ich mir das Teil direkt bei Amazon bestellt. Amazon Prime-üblich (ganz ehrlich, ich liebe diesen Scheiss!) war der Sattel innerhalb eines Tages da.

Der "C17 Carved" in seiner edlen Verpackung

Der „C17 Carved“ in seiner edlen Verpackung

Der "C17 Carved"

Der „C17 Carved“

Ich ihn also nach der Arbeit direkt angebracht. Die Montage ging schnell und unkompliziert. Noch schnell die Höhe, den Abstand zum Lenker und die Neigung angepasst und dann ab aufs Rad zu einer kleinen Testtour. Ich hab‘ den Sattel sowohl auf Asphalt als auch auf Parkwegen getestet. Zusätzlich bin ich noch den Herkulesberg hoch und bin den Trampelpfad am Westende runtergeheizt.

Was soll ich sagen, ich kann zu 100% bestätigen was alle gesagt/geschrieben haben. Bereits bei der ersten Probefahrt hatte ich das Gefühl ich würde schweben. Man sitzt großartig, gemütlich – man merkt quasi gar nicht, dass man auf einem Sattel sitzt. Ohne Scheiß! Das ist der gemütlichste Sattel auf dem ich je in meinen 36 Jahren gesessen/gefahren habe. Heute nach knapp 300 auf dem Sattel gefahrenen Kilometern kann ich das ganze noch mehr bestätigen. Egal ob Kurzstrecke oder längere Tour, man kommt nach Hause und hat keine Schmerzen im Allerwertesten. Kein Gefühl von Taubheit oder ähnliches. Aber dank der sportlichen Form ist er Sattel dennoch für ’nen schnellen Sprint und einer agilen Sitzhaltung geeignet. Ich mein, ich bin kein Experte auf dem Gebiet und weiss auch nicht ob meine Sitzhaltung die beste ist, aber ich fühle mich sauwohl wenn ich unterwegs bin und die Schmerzen im Hintern sind Geschichte.

Angeblich soll der Sattel ja ein Leben lang halten (ich bin gespannt), aber sollte ich mir je wieder einen neuen Sattel zulegen (müssen), wird es auf jeden Fall wieder ein Sattel von Brooks sein. Vielen Dank @brooksengland, dafür das ihr meinem Hinterteil soviel Entspannung gönnt!

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